Für Eltern

Wie nutzt man Jugendschutzprogramme? Empfehlungen für Eltern

Die folgenden Tipps und Hinweise können Sie als Eltern oder verantwortliche Person dabei unterstützen, die Sicherheit von Kindern und Jugendliche bei der Internetnutzung zu gewährleisten. Die Empfehlungen basieren auf den Ergebnissen der vorherigen Benchmark-Studie (SIP BENCH II). Mit jedem neuen Benchmark-Zyklus werden diese aktualisiert.

Allgemeine Empfehlungen

  • Jugendschutzprogramme können Sie dabei unterstützen, ihre Kinder vor ungeeigneten Inhalten im Internet zu schützen. Aber Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Software nur begrenzte Wirkung hat: Bisher ist der Filterprozess für viele schädigende Inhalte noch nicht effektiv genug. Neben der Nutzung von Jugendschutzprogrammen auf dem PC sollten Sie das Gespräch mit Ihren Kindern suchen. Fragen Sie nach den Internetnutzungs-Gewohnheiten ihrer Kinder. Finden Sie heraus, was sie mögen oder nicht mögen, nutzen Sie das Internet gemeinsam mit ihnen und bleiben Sie über die neusten Trends und Risiken auf dem Laufenden.

Kontrollieren und Überwachen

  • Einige Tools können die Aktivitäten der Nutzer sehr ausführlich überwachen, was die Datenschutzrechte der Kinder verletzen könnte. Deshalb besprechen Sie immer mit Ihren Kindern, welche Art von Filter Sie einsetzen und warum.

Seiten blockieren

  • Wenn eine Webseite blockiert wird, bieten einige Jugendschutzprogramme den Kindern die Möglichkeit, ihre Eltern um eine Aufhebung der Blockade zu bitten. Wenn Sie die Kommunikation mit Ihren Kinder offen gestalten und die Effektivität des Jugendschutzprogramms erhöhen möchten, sollten Sie diese Möglichkeit aktivieren, denn es kommt oft vor, dass gerade erwünschte Webinhalte versehentlich blockiert werden. Sie sollten außerdem daran denken, regelmäßig zu prüfen, ob derartige Anfragen von ihren Kindern gestellt wurden und dann angemessen darauf reagieren. Wenn Ihre Kinder keine Antwort auf ihre Bitte um Freigabe der gesuchten Webinhalte erhalten, kann das sehr frustrierend sein.

Kontoneinstellungen für Kinder

  • Die meisten Produkte bieten die Möglichkeit, die Funktionen zu individualisieren und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, sowie verschiedene Benutzerprofile anzulegen. Vergewissern Sie sich, dass Sie ein Profil für jedes Ihrer Kinder anlegen und gestalten Sie dieses entsprechend der Bedürfnisse und des Alters ihrer Kinder.
  • Nachdem Sie das Jugendschutzprogramm installiert und eingerichtet haben, achten Sie darauf, sich aus der Konfigurationsumgebung abzumelden, so dass Ihre Kinder nicht darauf zugreifen können. Einige Produkte erfordern, dass der Computer nach der Konfiguration neu gestartet wird (beim ersten Mal oder bei späteren Änderungen). Um sich zu vergewissern, dass das Jugendschutzprogramm richtig arbeitet, führen Sie bei Google eine Suchanfrage mit dem Suchbegriff "Porno" durch. (Nicht vor den Augen Ihrer Kinder!) Wenn Sie versuchen das erste Suchergebnis zu öffnen, sollte diese Seite blockiert sein.

Passwortschutz

  • Vergewissern Sie sich, dass der Zugang zur Konfiguration des Jugendschutzprogramms passwortgeschützt ist.
  • Einige Jugendschutzprogramme nutzen die Windows Benutzerkonten, um verschiedene Profile zu verwalten. Für das Deaktivieren oder Deinstallieren des Jugendschutzprogramms wird in diesem Fall das Windows Administratorpasswort benötigt. So soll verhindert werden, dass Ihre Kinder selbst das Jugendschutzprogramm deaktivieren oder deinstallieren. Allerdings weisen die Programme nicht unbedingt auf diese Vorgehensweise hin, Sie sollten daher für das von Ihnen gewählte Jugendschutzprogramm prüfen, mit welchen Mitteln der Deinstallationsvorgang geschützt wurde. Legen Sie ein eigenes Windows-Benutzerkonto für Ihr Kind an und schützen Sie ihr Administratorkonto mit einem Passwort.

Filter

  • Fragen Sie Ihre Kinder, welche Angebote sie nutzen, um im Internet mit anderen zu kommunizieren (z.B. MSN, Skype oder Peer-to-Peer-Software). Entscheiden Sie dann – am besten gemeinsam mit dem Kind – ob Sie ein Jugendschutzprogramm einsetzen, um die Kommunikation zu filtern und/oder zum Beispiel die Kommunikationszeiten zu begrenzen. Allerdings sollten Sie beachten, dass es nur wenige Jugendschutzprogramme gibt, die eine wirklich effektive Filterung der Kommunikation ermöglichen.

Spielkonsolen

  • Bedenken Sie, dass ihr Kind auch über Spielkonsolen das Internet nutzen und mit anderen Personen interagieren kann. Diese Kommunikation wird normalerweise nicht von Jugendschutzfiltern überwacht.

Mobile Geräte

  • Viele Jugendschutzprogramme, die auf Mobiltelefonen eingesetzt werden können, sprechen die Kinder nicht in einer angemessenen Weise an und machen den Zweck des Programms nicht deutlich. Während bei einigen Produkten die Nutzung der Kontroll-und Berichtsfunktion nur über das Mobiltelefon des Kindes möglich ist, kann bei anderen Produkten die Kontrollfunktion über ein anderes Gerät (z.B. einen PC oder das Mobiltelefon der Eltern) ausgeübt werden. In jedem Fall sollten Sie mit Ihren Kindern darüber sprechen, wenn Sie ein Jugendschutzprogramm auf dem Mobiltelefon des Kindes einsetzen möchten. Eine heimlich ausgeübte Kontrolle zerstört das Vertrauensverhältnis und wird Ihr Kind möglicherweise dazu verleiten, den Filter zu umgehen.
  • Die meisten Jugendschutzprogramme für Mobiltelefone sind als eigenständiger Browser gestaltet, der den üblichen, auf dem Telefon voreingestellten Browser ersetzen soll. Dies führt dazu, dass das Jugendschutzprogramm leicht durch die Installation eines anderen Browsers umgangen werden kann.
  • Auf Smartphones werden in der Regel so genannte Apps genutzt, die oft auch den Zugang zu Inhalten im Internet zu ermöglichen. Apps fallen derzeit nicht in den Wirkungsbereich der Jugendschutzprogramme. Sie sollten daher mit Ihrem Kind darüber sprechen, welche Apps auf dem Mobiltelefon installiert werden dürfen.

Alternative Programme

  • Ziehen Sie die “Alternativen Programme” in Erwägung, falls es sich um Kleinkinder handelt. Das Surfen ist dann auf eine Whitelist beschränkt.

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